Die Stadt Scheibbs wird sich auch 2010 als Gastgeber der von hochkarätigen Wissenschaftlern besuchten „Scheibbser Internationalen Sprachhistorischen Tage“ profilieren. Der Titel lautet diesmal „Slawisch und Slawen im Gefüge vergangener Welten“. Zum Symposium 2009 merkte die Organisatorin Elena Stadnik-Holzer an: „Das Weltbild, also die Weise, wie wir die Wirklichkeit sehen und zu verstehen glauben, gehört zu den wertvollsten Kulturgütern einer Gemeinschaft. Und damit unser Weltbild so weit wie möglich den Tatsachen entspricht und so wenig wie möglich Vorurteilen, Klischees und Fanatismen verhaftet ist, sollte der Wissenschaft möglichst viel Einfluss auf die Ausgestaltung und Entwicklung unseres Weltbilds eingeräumt werden. Die Sponsoren unserer Tagung haben einen uneigennützigen Beitrag zur Verwirklichung dieses Anliegens geleistet und so die Entwicklung unserer Stadt und unserer Region auf eine Weise gefördert, die über ihren unmittelbaren, nämlich den wirtschaftlichen, Auftrag hinausgeht. Im Namen aller unserer Teilnehmer danke ich Ihnen aufs Herzlichste.“
Nach dem großen Erfolg, den voriges Jahr das im Scheibbser Rathaus abgehaltene internationale Symposium zur balto-slavischen Sprachgeschichte für sich verbuchen konnte, tagten renommierte Wissenschaftler aus aller Welt nun schon zum zweiten Mal in Scheibbs. Scheibbser internationale sprachhistorische Tage II: „Sprache und Leben der frühmittelalterlichen Slaven“ war der Titel des heurigen Symposiums, das vom 1. bis zum 3. Juli stattfand und, wie auch im vorigen Jahr, von Mag. Dr. Elena Stadnik-Holzer organisiert wurde. Die Vortragenden kamen aus insgesamt 11 Ländern: aus Russland, Tschechien, Kroatien, Slowenien, aus den USA, Israel, aus den Niederlanden, Finnland, Deutschland und Österreich.
SPRACHHISTORISCHE TAGE / Bereits zum zweiten Mal findet eine hochkarätig besetzte Tagung zum Thema „Slaven im frühen Mittelalter“ statt.
SCHEIBBS / 17 Teilnehmer aus elf Ländern nahmen heuer an dieser Veranstaltung teil, die wieder von Dr. Elena Stadnik-Holzer und ihrem Gatten Dr. Georg Holzer organisiert wurde. „Es sind renommierte Wissenschafter aus der ganzen Welt, die sich hier in Scheibbs mit dem Thema ‚Sprache und Leben der frühmittelalterlichen Slaven‘ beschäftigen“, stellte die aus der Ukraine stammende Scheibbserin die Teilnehmer vor. Bürgermeister Johann Schragl hieß die Gäste aus den USA, Rußland, Israel und vielen anderen Ländern in Scheibbs willkommen, während Landtagsabgeordneter Anton Erber die Besonderheit der Veranstaltung hervorhob.
VORTRAG / Unsere Vorfahren waren zweisprachig und konnten Slavisch und Deutsch.
SCHEIBBS / Als eine „Sternstunde“ im Arbeitsjahr der Volkshochschule bezeichnete Vizebgm. Christine Dünwald den Vortragsabend, gehalten von den Scheibbser Slavisten Univ. Prof. Dr. Georg Holzer und Univ. Lektorin Dr. Elena Stadnik-Holzer. Das Thema „Avaren, Slaven und Bayern im Erlafgebiet: ein namenkundlicher Streifzug“ interessierte zahlreiche Besucher. Sie wurden nicht enttäuscht, weil Elena Stadnik-Holzer die Herkunft der verschiedenen Sprachfamilien profund darstellte und Georg Holzer prägnant erläuterte, warum unser Gebiet einst zweisprachig – man sprach Slavisch und Deutsch – und weshalb ursprünglich slavische Namen (z. B. Feichsen, Saffen, Ginning, Gaming, Brettl, Ötscher) nicht mehr slavisch klingen.