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Förderer und Sponsoren des International Workshop on Balto-Slavic Accentology 2008:
Kultur Niederösterreich
Arbeitsgemeinschaft Donauländer
Stadtgemeinde Scheibbs
Welser Profile AG
Sparkasse Scheibbs
Volksbank ötscherland
Raiffeisenbank Eisenwurzen
Scripta Manent

International Workshop on Balto-Slavic Accentology 2008 in Scheibbs

Das seit 2005 jährlich tagende International Workshop on Balto-Slavic Accentology (IWoBA) fand in diesem Jahr vom 2. bis zum 4. Juli 2008 in Scheibbs, Niederösterreich statt. Die vorangehenden Workshops waren in Leiden, Niederlande (2007, IWoBA III), in Kopenhagen, Dänemark (2006, IWoBA II) und in Zagreb, Kroatien (2005, IWoBA I) veranstaltet worden. Am IWoBA IV nahmen Sprachwissenschaftler aus insgesamt 12 Ländern teil: aus Russland, Kroatien, Bulgarien, Slowenien, Tschechien, Litauen, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Österreich, aus den Niederlanden und den USA.


Konferenzteilnehmer

Von links: Prof. Dr. Frederik Kortlandt, Prof. Dr. Vladimir Dybo, Prof. Dr. Georg Holzer, Dr. Elena Stadnik-Holzer, Bürgermeister Dir. Johann Schragl, Prof. Dr. Paul Garde, Vizebürgermeisterin Christine Dünwald. Foto: Bernhard Hofecker

Die Stadt Scheibbs hat sowohl in logistischer Hinsicht als auch mit finanziellen Mitteln dafür gesorgt, dass das Symposium unter ausgezeichneten Rahmenbedingungen stattfinden konnte. Auch das Land Niederösterreich hat das Gelingen des Symposiums zu seinem Anliegen gemacht und sich als großzügiger Förderer gezeigt. Die Möglichkeiten, die Ergebnisse geisteswissenschaftlicher Forschung in wirtschaftlichen Profit umzusetzen, sind eingeschränkt. Mit besonderer Anerkennung möchte ich daher auch das uneigennützige Engagement der privaten Unternehmen unserer Region hervorheben, die durch ihre finanzielle Unterstützung des Symposiums ihr Interesse an der Wissenschaft als solcher bekundet haben: Sparkasse Scheibbs, Welser Profile AG, Volksbank Ötscherland und Raiffeisenbank Eisenwurzen-NÖ. Im Namen der Symposiumsteilnehmer spreche ich allen, die durch ihre Unterstützung das IWoBA IV ermöglicht haben, meinen herzlichen und aufrichtigen Dank aus.


Konferenzsaal, Scheibbser Rathaus.

Frederik Kortlandt, Elena Stadnik-Holzer, Georg Holzer am 2. Juli 2008. Konferenzsaal, Scheibbser Rathaus.

Im Wesentlichen ging es in den Beiträgen der Symposiumsteilnehmer um Probleme der Rekonstruktion der urslavischen sowie der urbaltischen Sprache. Urslavisch und Urbaltisch sind Sprachen, auf die die heute lebenden slavischen und baltischen Idiome zurückgehen. Die einstige Existenz dieser Ursprachen lässt sich zwar nicht mit Schriftdenkmälern belegen, sie können aber anhand der heute lebenden (oder mittlerweile ausgestorbenen, aber schriftlich belegten) slavischen und baltischen Sprachen mit Hilfe spezieller sprachwissenschaftlicher Methoden rekonstruiert werden. Das Symposium war nun einem Teilbereich dieser Rekonstruktion gewidmet, nämlich den Betonungssystemen (auch Akzentsysteme genannt) des Urslavischen und Urbaltischen und ihrer sukzessiven Umwandlung in die Betonungssysteme der modernen slavischen und baltischen Sprachen. Auf diesem Forschungsgebiet arbeiten traditionell Slavisten und Baltisten zusammen. Der Grund dafür liegt in der sehr engen verwandtschaftlichen Beziehung zwischen den baltischen und den slavischen Sprachen bzw. zwischen ihren Ursprachen. (Manche Forscher rechnen sogar mit einer balto-slavischen Ursprache, auf die alle bekannten baltischen und slavischen Idiome zurückgehen.) Daher werden Forschungsergebnisse aus dem Bereich der baltischen Sprachwissenschaft auch von Slavisten genützt und umgekehrt.


Heurigenbesuch in der Wachau

Heurigenbesuch in der Wachau am 3. Juli 2008. Dürnstein, Alter Klosterkeller.

Im Übrigen war das Urslavische in großen Teilen Ost- und Mitteleuropas verbreitet und wurde auch auf dem Gebiet des heutigen Niederösterreichs gesprochen. Von der einstigen Existenz dieses Idioms (um 600 n. Chr.) in Niederösterreich zeugen heute noch viele geographische Namen wie Ötscher, Saffen, Rogatzboden, Perschling, Zwettl und viele andere. (Mehr darüber in Georg Holzers Büchern Die Slaven im Erlaftal, Wien St. Pölten 2001, und Namenkundliche Aufsätze, Wien 2008.)

Das Programm des Symposiums im PDF-Format finden Sie hier.

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